Wenn Selbstvermarktung schief geht- Gedanken zur Freizügigkeit

Selbstvermarktung ist heute alles- nicht nur für die Firmen. Immer mehr Jugendliche versuchen sich selbst zu vermarkten. Fitness- und Fashion- Profile mit freizügigen Bildern wirken erfolgversprechend, können aber für die berufliche Zukunft zum Verhängnis werden.

Laut Statistiken zählt Instagram 300 Millionen und Facebook sogar weltweit 1,36 Milliarden monatlich aktive Nutzer, so wie die fünfzehn jährige Sarah. Sie stellt auf Instagram dar wie sie nach dem Aufwachen aussieht. In weißem Shirt und Spitzenhöschen steht sie vor dem Spiegel. Ihre verwuschelten Haare erwecken den Eindruck, dass sie direkt aus dem Bett kommt. Der geschminkte Mund verrät, dass es nicht so ist. Auf Facebook zeigt die sechzehn jährige Lisa, wie sie trainiert: in pinker Hotpants und BH. Sie hebt schwere Hanteln und erklärt, worauf man beim Training achten muss. Der Blick fällt auf ihr Dekolletè.
Es geht um das eigene Image. Die User leben auf einer rosa Facebook -Wolke und zählen die Likes pro Foto. Je mehr Likes ein Foto erhält, desto erfolgreicher fühlen sie sich. Aber welches Foto bekommt mehr Aufmerksamkeit: Das freizügige Mädchen oder das Brandenburger Tor? Die Antwort ist klar. Sex sells. Derartige Profile unterscheiden sich kaum voneinander. Es ist kein eigener Stil erkennbar, die Dismorphologie lässt der Individualität keinen Raum. Dass die Veröffentlichung solcher Fotos jungen Frauen zu einem Karrieresprung verhilft, ist zweifelhaft. Sie erschaffen in der virtuellen Welt ein Bild von sich, das nicht der Realität entspricht. Keine Frau kann rund um die Uhr eine Sexbombe sein. In der virtuellen Welt schon.
Erwachsene haben gelernt, Entscheidungen zu treffen und können ihre Handlungen reflektieren. Sie wissen, was für Konsequenzen ihr Verhalten hat. Jugendliche nicht. Das Ziel der Reflexion ist es, Erkenntnisse über die eigene Vergangenheit zu erlangen. Diese sollen für anstehende Entscheidungen und künftiges Handeln genutzt werden. Die Handlung in der Vergangenheit mit ihren Voraussetzungen und Konsequenzen wird analysiert und bewertet. Sie wird in Vergleich gesetzt mit den angestrebten Zielen und mit dem, was erreicht wurde. Die Schlussfolgerungen aus diesem Prozess bilden die Basis für folgende Handlungen. Das nächste Mal verhält man sich anders. Reflexion ist ein Lernprozess, der dabei hilft, sich persönlich weiter zu entwickeln. Je nach persönlicher Reife fehlt Jugendlichen diese Reflexion teilweise oder ganz. Zusätzlich haben sie Schwierigkeiten damit, die richtige Entscheidung zu treffen. Sie sind in der größten Umbruchphase in ihrem Leben. Der Charakter formt sich und die eigene Identität ist noch unklar. Abhängig vom persönlichen Umfeld und der Persönlichkeitsentwicklung entsprechen die Werte von Jugendlichen oft nicht der Erwartung der Eltern. Ein innerer Konflikt kann entstehen.
Ob jung oder alt, alle werden mit Sex in der Werbung und im sozialen Umfeld konfrontiert. Sie können nicht die Augen davor verschließen. Es zählt nur, wie sie damit umgehen.

Wenn eine Erwachsene ein Foto von einer Frau sieht, die im Push-up BH trainiert und deren Brüste dadurch unnatürlich aussehen, dann weiß sie, dass das Bild gestellt ist und nicht die Realität widerspiegelt. Sie weiß, dass die meisten Frauen beim Sport einen stützenden BH tragen.

Wenn eine Erwachsene ein Foto von einer Frau sieht, die aufwacht und Lipgloss trägt, dann weiß sie, dass das Bild gestellt ist und nicht die Realität widerspiegelt. Sie weiß, dass keine Frau makellos aufwacht.
Kinder und Jugendliche wissen das nicht.

Je jünger die Jugendlichen sind, desto weniger reale Lebenserfahrung besitzen sie, mit der sie die virtuellen Erfahrungen vergleichen können. Im Internet können sie sich so darstellen, wie sie gerne wären – und bekommen Anerkennung dafür. Viele orientieren sich an berühmten Stars – sexy, verrucht und erfolgreich. Sie wollen um jeden Preis auffallen. Aber freizügige Bilder garantieren keinen Erfolg. In den 60ern und 70ern sorgten nackte Körper für Aufsehen. Heute sind sie noch interessant, aber keine Sensation mehr. Frauen, die in ihren Körper anstatt in ihre Bildung investieren, haben mittlerweile viele Konkurrentinnen. Aber nur wenige schaffen es und werden berühmt. Sie bekommen gratis Produkte zugesandt und werden zu Markenbotschaftern. Im Internet kennt sie jeder – sie sind erfolgreich. Aber die Miete können sie davon nicht bestreiten, im realen Leben wartet der Misserfolg. Es ist nicht die junge Generation, die in den Chefsesseln sitzt und Mitarbeiter einstellt. Noch ist es eine andere Generation. Und die hat andere Werte. Laut Hightech-Verband Bitkom sucht ein Drittel aller Personaler in den sozialen Medien nach Informationen über den Bewerber. Eine Studie der Agentur Careerbuilder ergab, dass es bei einundfünzig Prozent der Profile aufgrund von Fehlern nicht zum Jobangebot kommt. Der häufigste Fehler sind unangemessene Fotos.

Wer sich also im Internet auszieht, könnte Schwierigkeiten haben im echten Leben einen Job zu finden. Als angehende Juristin in einer renommierten Kanzlei aufgenommen zu werden, nachdem die halbe Welt den Luxuskörper in Unterwäsche bestaunt hat, dürfte sich als äußerst schwer erweisen. In der Bildung, Politik oder Geschäftsführung Fuß zu fassen, könnte zu einem richtigen Problem werden. Zwar wird es Firmen geben, die diese Jugendlichen trotz Fauxpas einstellen, aber der Großteil der Firmen wird sich für eine andere Bewerberin entscheiden. Eine, die zur Firmenphilosophie passt. Eine, die sich nicht gedankenlos auszieht.

Bildquelle: hier

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